Die Lektüre dieser aktuellen Titel legen wir Ihnen besonders ans Herz                                                                

Peter Zantingh: Nach Mattias

 

Was von uns bleibt, wenn wir nicht mehr da sind.

 

Amber singt bei einem Konzert gegen ihren Schmerz an; Quentin läuft Kilometer um Kilometer, um der Trauer zu entkommen und Kristiane möchte die wahre Geschichte ihres Sohnes erzählen.

Diese Leben und das von fünf weiteren Menschen überkreuzen sich durch Mattias' plötzlichen Tod auf schicksalhafte Weise.

Wie Puzzlesteine fügen sich ihre Geschichten zu einem Abbild von Mattias und werden trotz aller Trauer zu Zeugen seiner Begeisterungsfähigkeit und seines unbeugsamen Mutes, sich dem Leben jeden Tag vorbehaltlos hinzugeben.

 

Diogenes Verlag, geb., 256 Seiten, € 22,00

 

 

Elizabeth Strout: Die langen Abende

 

In Crosby, einer kleinen Stadt an der Küste von Maine, ist nicht viel los. Und doch enthalten die Geschichten über das Leben der Menschen dort die ganze Welt. Da ist Olive Kitteridge, pensionierte Lehrerin, die sich auch mit siebzig noch in alles einmischt, so barsch wie eh und je. Da ist Jack Knnison, einst Harvardprofessor, der ihre Nähe sucht. Beide vermissen ihre Kinder, die ihnen fremd geworden sind, woran Olive und Jack selbst nicht gerade unschuldig sind... Ein bewegender Roman, der von Liebe und Verlust erzählt, vom Altern und der Einsamkeit, von Momenten des Glücks und des Staunens.

(Die Beschreibung von Teil 1 der Geschichte von Olive Kitteridge finden Sie auf unserer Seite "Oldies but Goldies".

 

Luchterhand, geb., 352 S., 20 €

 

Barbara Handke: Sommergäste

 

Hubert und wie er die Welt sieht.

Wie jedes Jahr beginnt mit dem Sommer die Verwandlung des Hauses von Hubert und seiner Mutter in eine Pension: Die Zimmer bekommen Nummern - von 1 bis 3 - und die Sommergäste reisen einer nach dem anderen in die kleine Pension am Kolk. Während sie die Tage im Garten oder am Meer verbringen, beobachtet Hubert das Geschehen. Aber trotz aller Routine ist in diesem Jahr etwas anders als sonst: Huberts Mutter lässt nichts unversucht, um ihn unter die Haube zu bringen. Dass Hubert dafür absolut keine Notwendigkeit sieht, macht das Leben für ihn nicht leichter.

 

"Dieses Buch hat die Kraft, ein Lieblingsbuch zu sein, das man streicheln und gar nicht mehr aus der Hand legen möchte."

Anke Jahns, Kulturjournal auf NDR1 Radio MV

 

edition überland, Leinen, 144 S., 18 €

 

Deepa Anappara: Die Detektive vom Bhoot-Basar

 

Detektivarbeit ist kein Kinderspiel. Der neunjährige Jai schaut zu viele Polizei-Dokus, denkt, er sei klüger als seine Freundin Pari (obwohl sie immer die besten Noten bekommt) und hält sich für einen besseren Anführer als Faiz (obwohl Faiz derjenige mit zwei älteren Brüdern und einem echten Job ist).

Als ein Junge aus ihrer Klasse verschwindet, beschließt Jai sein Fernsehwissen zu nutzen, um ihn zu finden. Mit Pari und Faiz an seiner Seite wagt er sich in den verwinkelten Bhoot-Basar und weiter hinaus in die verbotenen Viertel der Stadt. Doch mehr und mehr Kinder verschwinden und die Dinge in der Nachbarschaft werden kompliziert...

Das Buch erzählt mit emotionaler Tiefe von den Farben und Widersprüchen des heutigen Indien, von sozialen und religiösen Spannungen, Korruption und Ungerechtigkeit, vor allem aber von der unbesiegbaren Vitalität dreier Kinder, von deren Wagemut, Unschuld und überbordender Phantasie.

 

Rowohlt Verlag, geb., 400 Seiten, €24,00

 

Cornelia Travnicek: Feenstaub

 

In einer Schicksalsgemeinschaft sind Petru, Cheta und Magare verbunden, gezwungen in ewiges Kindsein: Sie leben am Rande einer gesichtslosenn Großstadt. Täglich müssen sie dafür sorgen, dass die Schatzkiste des Krakadzil voller wird. Der wird schnell ungehalten, wenn die Kasse nicht stimmt, und so rücken die drei Jungs aus, um denen wegzunehmen, die es am ehesten zu verschmerzen scheinen. Auszuhalten ist das für sie nur mit einer täglichen Ration Feenstaub. Alles wird anders, als Petru Marja kennenlernt: Nicht nur lernt er mit ihr die Sprache der Stadt zu verstehen, er erfährt auch zum ersten Mal in seinem Leben, was Familie sein kann. Als den drei jungen Taschendieben ein Neuling zur Ausbildung übergeben wird, wechselt Petrus Leben ebenso wie das seiner Schicksalgenossen noch einmal die Richtung... Vergessene Kindheiten und brutale Ausbeutung: Poetisch bis derb,in kurzen intensiven Szenen erzählt Cornelia Travnicek von drei Taschendieben wider Willen, die um ihre Zukunft kämpfen.

 

Picus Verlag, geb., 278 S., 22 €

 

Anne Tyler: Der Sinn des Ganzen

 

Micah Mortimer liebt Gewohnheiten, Selbstgespräche und eine ordentliche Wohnung. Jeden Tag beginnt er mit einem Morgenlauf um 7.15 Uhr, duscht, frühstückt und widmet sich anschließend geduldig den Computerproblemen seiner Kunden aus der Nachbarschaft. Nachmittags ist er im Nebenjob Hausmeister und kümmert sich um das Mietshaus, in dem er wohnt; ein paar Abende die Woche verbringt er auf der Couch seiner unkomplizierten Freundin Cass. Doch dann droht Cass die Wohnungskündigung, und sie möchte bei ihm einziehen. Und ein Teenager taucht auf, der behauptet, sein Sohn zu sein.

 

Kein & Aber, geb., 224 S., 22 €

 

 

Sasa Stanisic: Herkunft

 

Herkunft ist ein Buch über den ersten Zufall unserer Biografie: irgendwo geboren werden. Und was danach kommt.

"Herkunft ist ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung. Ein Buch über Sprache, Schwarzarbeit, die Stafette der Jugend und viele Sommer.

Herkunft ist ein Abschied von meiner dementen Großmutter. Während ich Erinnerungen sammle, verliert sie ihre. Herkunft ist traurig, weil Herkunft für mich zu tun hat mit dem, das nicht mehr zu haben ist.

Diese sind auch Herkunft: ... Ein Nationalismus. Ein Yugo. Ein Tito. Ein Eichendorff. Ein Sasa Stanisic."

- Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2019 -

 

Luchterhand, geb., 368 S., 22 €

 

 

Dror Mishani: Drei

 

Über dieses Buch darf man eigentlich nichts verraten.

Eine Frau sucht ein wenig Trost, nachdem ihr Mann sie und ihren Sohn verlassen hat. Ein zweite Frau sucht nach einem Zuhause und nach einemZeichen von Gott, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Eine dritte Frau sucht etwas ganz anderes. Sie alle finden denselben Mann. Es gibt vieles, was sie nicht über ihn wissen, denn er sagt ihnen nicht die Wahrheit. Aber auch er weiß nicht alles über sie.

 

Diogenes, geb., 336 S., 24 €

 

Monika Helfer: Die Bagage

 

Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfes. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage. Es ist die Zeit des ersten Weltkriegs und Josef wird zur Armee eingezogen. Die Zeit, in der Maria und die Kinder allein zurückbleiben und abhängig werden vom Schutz des Bürgermeisters. Die Zeit, in der Georg aus Hannover in die Gegend kommt, der nicht nur hochdeutsch spricht und wunderschön ist, sondern eines Tages auch an die Tür der Bagage klopft. Und es ist die Zeit, in der Maria schwanger wird mit Grete, dem Kind der Familie, mit dem Josef nie ein Wort sprechen wird: der Mutter der Autorin. Mit großer Wucht erzählt Monika Helfer die Geschichte ihrer eigenen Herkunft.

 

Hanser Verlag, geb., 160 S., 19 €

 

Tonio Schachinger: Nicht wie ihr

 

Ivo wusste schon immer,dass er besonders ist. Besonders cool, besonders talentiert, besonders attraktiv. Jetzt ist er einer der bestbezahlten Fußballer der Welt. Er verdient 100.000 € in der Woche, fährt einen Bugatti, hat eine Ehefrau und zwei Kinder, die er über alles liebt. Doch als seine Jugendliebe Mirna ins Spiel kommt, gerät das sichere Gerüst ins Wanken.

Einmal in Ivos Gedankenwelt eingetaucht, lässt sich Tonio Schachingers Debütroman schwer aus der Hand legen. Es ist nämlich dieser rotzige, witzige und originelle Ton des Erzählers, der vom ersten Satz an fesselt. Gespickt mit Wiener Milieusprache und herrlichen Fußballmetaphern gibt der Roman Einblick in das Schauspiel des Profisports und entlarvt seine Spieler als Schachfiguren auf einem kapitalistischen Spielfeld.

 

Kremayr u. Scheriau, geb., 304 S., 22,90 €

 

Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse

 

Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben - mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können.

 

hanserblau, geb., 464 S., 22 €

 

Kathy Page: All unsere Jahre

 

Harry Miles und Evelyn Hill lernen sich eines Nachmittags zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in einer Londoner Bibliothek kennen, kurz bevor Harry eingezogen wird. Er, der sensible Literatur- und Naturliebhaber, ist von dieser willens- und meinungsstarken Frau fasziniert und wird es immer bleiben. Sie verbindet den Wunsch nach Aufstieg und einem besseren Leben, und so suchen sie die heile Welt in einer Idealfamilie mit einem hübsch eingerichteten Haus. Langsam aber müssen sie begreifen, dass sich auf diese Weise nicht alle Träume erfüllen lassen.

Mit zärtlichem und dennoch unerbittlichem Blick beschreibt Kathy Page das Zusammenspiel von Nähe und Distanz zwischen Evely und Harry - ein ganzes Liebesleben lang.

 

Wagenbach, geb., 304 S., 24 €

 

 

Iris Wolff: So tun, als ob es regnet

 

Der Erste Weltkrieg bringt einen österreichischen Soldaten in ein Karpatendorf. Eine junge Frau besucht nachts die "Geheime Gesellschaft der Schlaflosen". Ein Motorradfahrer ist überzeugt, dass er sterben und die Mondlandung der Amerikaner versäumen wird. Eine Frau beobachtet die Ausfahrt eines Fischerbootes, das nie mehr zurückkehren wird. - Über vier Generationen des 20. Jahrhunderts und viele Ländergrenzen hinweg erzählt Iris Wolff davon, wie historische Ereignisse die Lebenswege von Einzelnen prägen. 

Iris Wolff hat ein poetisches und beglückendes Buch geschrieben, schonungslos, klug und sprachlich brillant.

 

Müller (Otto), Salzburg, geb. 166 S., 20 €

 

 

 

Sorj Chalandon: Am Tag davor

 

Am Tag davor, das ist für den 16 Jahre alten Michel das letzte Beisammensein mit seinem geliebten großen Bruder, der am Morgen danach bei einem Grubenunglück in seiner Heimatstadt gemeinsam mit vierzig anderen Bergleuten ums Leben kommt. Zu schwer vom Schicksal getroffen flieht der Junge sobald es geht nach Paris und missachtet die Bitte seines Vaters, die Familientragödie zu rächen. Als ihm jedoch viele Jahre später der Mann begegnet, der die Katastrophe verursacht hat, überschlagen sich die Ereignisse und die tief verschütteten Gefühle Michels brechen aus ihm hervor.

Dem Roman liegt ein tatsächlich geschehenes Unglück in den 70er Jahren zugrunde, dem Sorj Chalandon in diesem Roman ein kunstvolles literarisches Denkmal setzt.

 

dtv, geb., 320 S., 23 €

 

 

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