Titel, die wir empfehlen

Arno Geiger: Unter der Drachenwand

 

Veit Kolbe verbringt ein paar Monate am Mondsee, unter der Drachenwand, und trifft hier zwei junge Frauen. Doch Veit ist Soldat auf Urlaub, in Russland verwundet. Was Margot und Margarete mit ihm teilen, ist seine Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beginnt. Es ist 1944, der Weltkrieg verloren, doch wie lang dauert er noch? 

Arno Geiger erzählt von Veits Alpträumen, vom "Brasilianer", der von der Rückkehr nach Rio de Janeiro träumt, von der seltsamen Normalität in diesem Dorf in Österreich - und von der Liebe. 

Ein herausragender Roman über den einzelnen Menschen und die Macht der Geschichte, über das Persönlichste und den Krieg, über die Toten und über die Überlebenden.

 

Hanser, geb., 480 S., 26 €

 

 

Eric Vuillard: Die Tagesordnung

 

20. Februar 1933: Auf Einladung des Reichstagspräsidenten Hermann Göring finden sich 24 hochrangige Vertreter der Industrie zu einem Treffen mit Adolf Hitler ein, um über mögliche Unterstützungen für die nationalsozialistische Politik zu beraten.

Eindringlich und mit satirischem Biss seziert Vuillard ausgehend von diesem Treffen die Mechanismen des Aufstiegs der Nationalsozialisten und macht deutlich: die Deals, die an den runden Tischen der Welt geschlossen werden, sind faul, unser Verständnis von Geschichte beruht auf Propagandabildern.

 

Matthes & Seitz, geb., 118 S., 18 €

 

 

 

 

Fernando Aramburu: Patria

 

Patria heißt Vaterland, Heimat. Aber was ist Heimat? Die beiden Frauen und ihre Familie, um die es in Fernando Aramburus von der Kritik gefeierten und mit den größten spanischen Literaturpreisen ausgezeichneten Roman geht, sehen ihre Heimat mit verschiedenen Augen.

Ein epochenmachender Roman über Schuld und Vergebung, Freundschaft und Liebe, der zeigt, wie Terrorismus den inneren Kern einer Gemeinschaft angreift und wie lange es dauert, bis die Menschen wieder zueinander finden.

 

Rowohlt, geb., 768 S., 25 €

 

 

Jakob Hein: Die Orient-Mission des Leutnant Stern

 

Die tollkühne Geschichte des jüdischen Leutnants Edgar Stern, der 1914 für Wilhelm II. den Dschihad organisieren sollte.

Eine wahre Geschichte über diesen Leutnant, der 1914 eine als Zirkus getarnte Truppe von 14 muslimischen Gefangenen nach Konstantinopel schmuggelte, um den Sultan als Verbündeten zu gewinnen.

"Manche Geschichten würde einem der Leser nicht abnehmen, weil sie zu fantastisch, zu bizarr und zu konstruiert klingen. Aber diese Geschichte ist so passiert." (Jakob Hein)

 

Galiani, geb., 256 S., 18 €

 

 

 

 

Anne Reinecke: Leinsee

 

Karl ist noch nicht einmal 30 und hat sich schon als Künstler einen Namen gemacht. Er ist der Sohn von August undAda Stiegenhauer, 'dem' Glamourpaar der deutschen Kunstszene. Doch in der symbiotischen Beziehung seiner Eltern war kein Platz für ein Kind. Nun ist der Vater tot, die Mutter schwer erkrankt. Karls Kosmos beginnt zu schwanken und steht plötzlich still. Die einzige Konstante ist ausgerechnet das kleine Mädchen Tanja, das ihn mit kindlicher Unbekümmertheit zurück ins Leben lockt. Und es beginnt ein Roman, wild wie ein Gewitter, zart wie ein Hauch.

 

Diogenes, geb., 368 S., 24 €

 

 

Leila Slimani: Dann schlaf auch du

 

Sie haben Glück gehabt, denken sich Myriam und Paul, als sie Louise einstellen - eine Nanny wie aus dem Bilderbuch. Sie passt auf ihre beiden kleinen Kinder auf in der schönen Pariser Altbauwohnung im 10. Arrondissement. Wie mit unsichtbaren Fäden hält Louise die Familie zusammen, ebenso unbemerkt wie mächtig. In wenigen Wochen schon ist sie unentbehrlich geworden. Myriam und Paul ahnen nichts von den Abgründen und von der Verletzlichkeit der Frau, der sie das Kostbarste anvertrauen, das sie besitzen. Von der tiefen Einsamkeit, in der sich die fünfzigjährige Frau zu verlieren droht. Bis eines Tages die Tragödie über die kleine Familie hereinbricht. Ebenso unaufhaltsam wie schrecklich.

 

Luchterhand, geb., 224 S., 20 €

 

 

Klaus C. Zehrer: Das Genie

 

Boston, 1910. Der elfjährige William James Sidis wird von der amerikanischen Presse als "Wunderjunge von Harvard" gefeiert. Sein Vater Boris, ein bekannter Psychologe mit dem brennenden Ehrgeiz, die Welt durch Bildung zu verbessern, triumphiert. Er hat William von Geburt an mit einem speziellen Lernprogramm trainiert. Durch Anwendung der Sidis-Methode könnten alle Kinder die gleichen Fähigkeiten entwickeln wie sein Sohn, behauptet er. Doch als William erwachsen wird, bricht er mit seinen Eltern und seiner Vergangenheit. Er weigert sich, seine Intelligenz einer Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, die von Ausbeutung, Profitsucht und Militärgewalt beherrscht wird. Stattdessen versucht er, sein Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten - mit aller Konsequenz.

 

Diogenes, geb., 656 S., 25 €

 

 

Colson Whitehead: Underground Railroad

 

Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht - doch wie und wohin? Da hort Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Ihr gelingt die Flucht und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.

 

Hanser, geb., 352 S., 24 €

 

 

Jenny Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen

 

Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Wie geht man um mit dem Verlust derer, die man geliebt hat? Wer trägt das Erbe weiter? Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Und plötzlich schaut diese Welt ihn an, den Bewohner des alten Europas, undd weiß womöglich besser als er selbst, wer er eigentlich ist.

Jenny Erpenbeck erzählt auf ihre unnachahmliche Weise eine Geschichte vomWegsehen und Hinsehen, von Tod und Krieg, vom ewigen Warten und von all dem, was unter der Oberfläche verborgen liegt.

 

Penguin TB, 352 S., 10 €

 

 

 

 

 

 

Castle Freeman: Männer mit Erfahrung

 

Lilian, die in einem kleinen Nest in Vermont lebt, fühlt sich von einem undurchsichtigen Typen namens Blackway verfolgt. Eines Morgens liegt ihre Katze tot vor der Tür. Ermordet von Blackway, davon ist sie überzeugt. Der Sheriff kann nichts für sie tun, daher sucht sie Hilfe bei einem Club kauziger alter Männer. Beeindruckt von ihrem Mut, stellen diese ihr den betagten Lester und den hünenhaften, etwas beschränkten Nate als Schutz zur Seite. Lilian traut den beiden nichts zu, aber sie lassen sich nicht abwimmeln und so verfolgen sie Blackway schließlich gemeinsam. Dieser Thriller besticht durch seinen schrägen Humor und seine ungleichen Helden.

 

dtv, TB, 176 S., 10,90 €

 

 

 

 

 

 

Michael Köhlmeier: Das Mädchen mit dem Fingerhut

 

Irgendwo in einer großen Stadt, in Westeuropa. Ein kleines Mädchen kommt auf den Markt, hat Hunger. Sie versteht kein Wort der Sprache, die man hier spricht. Doch wenn jemand "Polizei" sagt, beginnt sie zu schreien. Woher sie kommt? Warum sie hier ist? Wie sie heißt? Sie weiß es nicht. Yiza, sagt sie, also heißt sie von nun an Yiza. Als Yiza zwei Jungen trifft, die genauso alleine sind wie sie, tut sie sich mit ihnen zusammen. Sie kommen ins Heim und fliehen; sie brechen in ein leeres Haus ein, aber sie werden entdeckt.

Michael Köhlmeier erzählt voo einem Leben am Rande und von der kindlichen Kraft des Überlebens - ein Roman, dessen Faszination man sich nicht entziehen kann.

 

dtv, TB, 144 S., 9,90 €

 

 

 

 

 

Isabel Bogdan: Der Pfau

 

"Einer der Pfauen war verrückt geworden." Dummerweise geschieht das gerade, als Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung sich mitsamt einer Psychologin und einer Köchin zum Teambuilding in die ländliche Abgeschiedenheit der schottischen Highlands zurückgezogen haben. Der verrückt gewordene Pfau, das rustikale Ambiente und ein spontaner Wintereinbruch sorgen dafür, dass das Wochenende ganz anders verläuft als geplant. So viel Natur sind die Banker nicht gewohnt.

Isabel Bogdan, preisgekrönte Übersetzerin englischer Literatur, erzählt in ihrem ersten Roman pointenreich und überraschend von der pragmatischen Problemlösung durch Lord McIntosh, von der verbindenen Wirkung guten Essens undd einer erstaunlichen Verkettung von Ereignissen, die bald keiner der Beteiligten mehr durchschaut.

 

Insel TB, 247 S., 10,00 €

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bov Bjerg: Auerhaus

 

Sechs Freunde und ein Versprechen: Ihr Leben soll nicht in Ordnern mit der Aufschrift Birth - School - Work - Death abgeheftet werden.Deshalb ziehen sie gemeinsam ins Auerhaus. Eine Schüler-WG auf dem Dorf - unerhört. Aber sie wollen nicht nur ihr Leben retten, sondern vor allem das ihres besten Feundes Frieder. Denn der ist sich nicht so sicher, warum er überhaupt leben soll.

Bov Bjerg erzählt mitreißend und einfühlsam von Liebe, Freundschaft und sechs Idealisten, deren Einfallsreichtum nichts weniger ist als Notwehr gegen das Vorgefundene. Denn ihr Ringen um das Glück ist auch ein Kampf um Leben und Tod.

 

Aufbau TB, 240 S., 9,99 €

 

 

 

 

 

Ayelet Gundar-Goshen: Löwen wecken

 

Ein Neurochirurg überfährt einen illegalen Einwanderer. Es gibt keine Zeugen, und der Mann wird ohnehin sterben - warum also die Karriere gefährden undd den Unfall melden? Doch tags darauf steht die Frau des Opfers vor der Haustür des Arztes und macht ihm einen Vorschlag, der sein geordnetes Leben komplett aus der Bahn wirft. 

Wie hätte man selbst in einer solchen Situation gehandelt? Diese Frage schwebt über dem Roman, der die Grenzen zwischen Liebe und Hass, Schuld und Vergebung und Gut und Böse meisterhaft auslotet.

 

Kein & Aber, TB, 432 S., 13 €

 

 

 

 

 

Merle Kröger: Havarie

 

In einer windigen Nacht steigen zwölf Männer in ein Boot, versuchen Caragena zu erreichen. Unter dem hohen Sternenhimmel zieht majestätisch ein Kreuzfahrtschiff dahin. Ein deutscher Frachter verlässt den algerischen Hafen mit Kurs auf Dublin. Und die spanische Küstenwache hält sich bereit.

Ein Meer, vier Schiffe, verschiedene Perspektiven: Merle Krögers Roman ist ein seetüchtiger Actionthriller und ein messerscharfes Porträt Europas.

Die Autorin Merle Kröger lebt in Berlin und arbeitet als Filmemacherin, Produzentin, Drehbuch- und Romanautorin. Sie realisierte zahlreiche Dokumentarfilme, die erfolgreich auf deutschen und internationalen Festivals sowie im Fernsehen liefen.

 

Argument Verlag, TB, 224 S., 12 €

 

 

 

 

 

Dörte Hansen: Altes Land

 

Zwei Frauen, ein altes Haus undd eine Art von Familie.

Das "Polackenkind" ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen- und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen.

Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie gesucht haben: Eine Familie.

 

Penguin TB, 304 S., 10 €

Wolf Haas: Brennerova

 

Ob du es glaubst oder nicht. Zuerst wird der Brenner von einem Zehnjährigen bewusstlos geschlagen. Und dann versucht seine Freundin, ihn vor den Traualtar zu schleppen. Es läuft nämlich gerade ausgesprochen gut zwischen den beiden. Einziges Problem: Mit seiner anderen Freundin läuft es auch sehr gut. Da ist es für den Brenner ein Glück, dass noch eine dritte Frau in sein Leben tritt, indem sie verschwindet. Vermutlich ist sie von Mädchenhändlern entführt worden, und die Suche nach ihr hilft dem Detektiv, bei der Lösung seiner privaten Probleme, sprich Flucht in die Arbeit. Denn nie kannst du besser über das Glück nachdenken, das ein Ehering bietet, als wenn der berüchtigste Zuhälter der Stadt gerade dazu ansetzt, dir die Hände abzuhacken.

 

Heyne TB, 240 S., 9,99 €

 

 

Nic Pizzolatto: Galveston

 

Der in New Orleans und später in der texanischen Hafenstadt Galveston angesiedelte Roman von Nic Pizzolatto, dem Drehbuchautor der gefeierten HBO-Serie True Detective, schildert in der Tradition von Jim Thompson und Charles Willeford die Läuterung des Syndikat-Killers Roy Cady, dessen Leben eine abrupte Wendung nimmt, als ihm vormittags Lungenkrebs diagnostiziert wird und sein Boss ihn abends wegen einer Eifersuchtsgeschichte umlegen lassen will. Bei dem Anschlag rettet er nicht nur sich, sondern auch einen Teeenager, mit dem er sich fortan auf der Flucht befindet.

Pizzolatto belebt das Genre des Krimi Noir neu und schafft mit Roy Cady eine Figur, die die Genre-Stereotypen nicht nur aufbricht, sondern auch stilprägend werden könnte. Ein Antiheld, der im Scheitern zur wahren Größe findet. Eine Story, die bis zur letzten Seite fesselt: Pizzolatto hat mit "Galveston" ein großartiges, trauriges und kraftvolles Buch geschaffen, das lange nachklingt.

 

Blanvalet TB, 288 S., 8,99 €

 

 

Robert Seethaler: Ein ganzes Leben

 

Als Andreas Egger in das Tal kommt, in dem er sein Leben verbringen wird, ist er vier Jahre alt, ungefähr. So genau weiß das keiner. Er wächst zu einem gestandenen Hilfsknecht heran und schließt sich als junger Mann einem Arbeitstrupp an, der eine der ersten Bergbahnen baut und mit Elektrizität auch das Licht und den Lärm in das Tal bringt. Dann kommt der Tag, an dem Egger zum ersten Mal vor Marie steht, der Liebe seines Lebens, die er jedoch wieder verlieren wird. Erst viele Jahre später, als Egger seinen letzten Weg antritt, ist sie nochmal bei ihm. Und er, über den die Zeit längst hinweggegangen ist, blickt mit Staunen auf die Jahre, die hinter ihm liegen. 

Eine einfache und tief bewegende Geschichte.

 

Goldmann TB, 192 S., 9,99 €

 

 

 

John Williams: Stoner

 

Stoner ist einer der grossen vergessenen Romane der amerikanischen Literatur. John Williams erzählt das Leben eines Mannes, der, als Sohn armer Farmer geboren, schließlich seine Leidenschaft für Literatur entdeckt und Professor wird - es ist die Geschichte eines genügsamen Lebens, das wenig Spuren hinterließ.

Ein Roman über die Freundschaft, die Ehe, ein Campus-Roman, ein Gesellschaftsroman, schließlich ein Roman über die Arbeit. Über die harte, erbarmungslose Arbeit auf den Farmen; über die Arbeit, die einem eine zerstörerische Ehe aufbürdet, über die Mühe, in einem vergifteten Haushalt mit geduldiger Einfühlung eine Tochter großzuziehen und an der Universität oft teilnahmslosen Studenten die Literatur nahebringen zu wollen.

 

 dtv,  352 S., 9,90 €


 

 

 

Robert Seethaler: Der Trafikant

 

Österreich 1937: Der 17-jährige Franz Huchel verläßt sein Heimatdorf, um in Wien als Lehrling in einer Trafik - einem Tabak- und Zeitungsgeschäft - sein Glück zu suchen. Dort begegnet er eines Tages dem Stammkunden Sigmund Freud. Im Laufe der Zeit entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Männern. Als sich Franz kurz darauf Hals über Kopf in die Varietétänzerin Anezka verliebt, sucht er bei dem alten Professor Rat. Dabei stellt sich jedoch schnell heraus, dass dem weltbekannten Psychoanalytiker das weibliche Geschlecht ein mindestens ebenso großes Rätsel ist wie Franz.

 

Kein & Aber, Tb., 256 S., 11,00 €

 

 

John Lanchester: Kapital

 

Ein Roman, den man vom ersten Satz an vor lauter Spannung nicht mehr aus der Hand legen kann. Sofort verliebt man sich auf eigentümliche Weise in diese sehr eigenwilligen, schrulligen und teilweise eigentlich unausstehlichen Bewohner der Londoner Pepys Road, einer ehemaligen Arbeiterstraße. Die hat sich aber in den letzten Jahren zur absoluten In-Gegend gemausert, was nicht immer zu ihrem Vorteil ist, aber für den Leser doch sehr zum Schmunzeln.

Da ist der finanziell erfolgreiche Banker Roger mit einer absolut verwöhnten Ehefrau, der sich ganz sicher ist, dass er diesmal eine Jahresprämie von einer Million Pfund erhält. Als die Prämie jedoch wesentlich kleiner ausfällt, stürzt die Familie in eine Krise. Da wohnt die liebenswürdige Witwe Petunia, die schon in der Straße lebte, als diese noch eine Arbeiterstraße war. Und da ist der pakistanische Kioskbesitzer, der plötzlich unter Terrorverdacht  steht, und die ungeliebte nigerianische Politesse ohne Arbeiterserlaubnis. Alle wird man lieben und in sein Herz schließen.

 

Heyne TB, 800 S., 11,99 €

 

 

 

Michela Murgia: Accabadora

 

Ein sardisches Dorf, Mitte der fünfziger Jahre: Als Dorfschneiderin ist Bonaria gewöhnt, Maß zu nehmen – mit ihren Augen, ihrem Verstand und dem Herzen. Die kleine Maria, die sie als „fill'e anima“, Kind des Herzens, aufnimmt, ist ihr ganzes Glück. Manchmal hört Maria ihre Ziehmutter, die Accabadora, wie sie sich nachts aus dem Haus stiehlt, und am nächsten Tag läutet die Totenglocke. Als Bonaria Jahre später im Sterben liegt, hält die alte „Schuld“ sie unbarmherzig ans Leben gefesselt, und Maria steht vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens.

Aus dem Italienischen von Julika Brandestini.

 

dtv Taschenbuch, 176 Seiten, 8.90 €   

 

 

Elisabeth Strout: Mit Blick aufs Meer

 

Crosby, eine kleine Stadt an der Küste von Maine. Hier ist nicht gerade sehr viel los. Doch sieht man einmal genauer hin, ist jeder Mensch eine Geschichte und Crosby die ganze Welt. Elizabeth Strout fügt diese Geschichten mit liebevoller Ironie und feinem Gespür für Zwischenmenschliches zu einem unvergesslichen Roman.

 

btb, TB, 352 S., 9,99  €

 

 

 

Wolfgang Herrndorf: Tschick

 

Wenn man keinen Spitznamen hat, kann es zwei Gründe dafür geben: Entweder man hat keine Freunde oder man ist langweilig. So sieht das zumindest Maik Klingenberg, vierzehnjähriger Schüler eines Gymnasiums in Berlin-Marzahn. Die Dinge verändern sich für ihn erst, als der aus Russland kommende Tschick in der Klasse aufkreuzt.

Eine grandiose Geschichte, gleichermassen spritzig, witzig, grotesk und melancholisch erzählt.

 

Rowohlt, TB,  256 S., 8,99 € 

 

 

 

David Benioff: Stadt der Diebe

 

Ein Dutzend frische Eier braucht der Oberst für

die Hochzeitstorte seiner Tochter. Eigentlich

kein schwieriges Unterfangen, es sei denn man

befindet sich 1942 im eingekesselten und von

Kälte und Hunger geplagten Leningrad.

Benioff legt mit "Stadt der Diebe" einen fesselnden

und zugleich komischen Entwicklungsroman über

zwei ungleiche Freunde vor und beschreibt dabei

schonungslos Brutalität und Irrsinn des Zweiten

Weltkrieges.

 

Heyne TB, 384 S., 9,95 € 

 

 

 

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